Die Social News Community YiGG bietet für Blogger, die WordPress nutzen, ein Plugin an, das es erlaubt, aus dem Schreib-Menü parallel zur Veröffentlichung eines Artikels im Blog diesen auch bei YiGG einzustellen.

Was in der Theorie gut klingt und nach weniger Arbeit aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung jedoch als nicht ungefährlicher Bumerang. Unbewußt nämlich produziert man Duplicate Content aus der Sicht von Google.

1. Duplicate Content im Google-Index durch YiGG

Das Plugin entnimmt dem Blog-Posting meist den ersten Absatz und fügt ihn in die Vorschau-Ansicht auf YiGG ein. Demnach hat sich der erste Absatz eines Postings schon einmal vervielfacht und erfüllt ein Kriterium von Googles Duplicate Content-Vorschriften.

Nicht selten nämlich erscheinen bei YiGG eingestellte Artikel in den Google-Suchergebnissen, den SERPs, weit vor dem eigentlichen Artikel.

Zitat von YiGG zum Plugin:

Durch unser WordPress Plugin koennt Ihr die ersten 550 Zeichen Eures Blogposts automatisch auf YiGG im “Blogosphere” Bereich veroeffentlichen so das manuelles einstellen nichtmehr notwendig ist.

Duplicate Content im Google-Index ist die Pest des Internet schlechthin.

Räumt Google auf YiGG mittels des sorglosen Umgangs mit dem WordPress-Plugin eingestellte Postings mehr Wertigkeit ein, als dem Original-Postings des Blogs, bedankt sich Google nämlich auf seine unnachahmlich charmante Weise:

  • Abstrafungen bei den SERPs können erfolgen: statt auf Platz 1-10 landet ein Artikel plötzlich auf der Hinterbank bei 30-40 – oder noch weiter hinten. Drastischer Einbruch des Google-Traffics ist die Folge.
  • Abschiebehaft durch Verbannung in den Supplemental Index: faktisch ist damit der Blog tot, denn über Google wird man damit von einem Tag auf den anderen allenfalls rein zufällig aufgefunden. In Googles Supplemental Index zu landen bedeutet, daß man sich bei allen populären Such-Anfragen bei Google.de hinten anstellen darf. SERPs jenseits von gut und böse, bei 800-810 etwa, sind die unweigerliche und schlimme Konsequenz.

2. Die Überschriften sehen mies aus…

Des YiGG-Artikels Überschrift wird dem Posting-Permalink entnommen. Schlimmstenfalls hat man dann etwa eine Überschrift der Marke

  • URL.de – Motto des Blogs – eigentliche Überschrift

Die URL und das Motto haben jedoch in 99,9% der Fälle nichts in einer Überschrift zu suchen. Für die eigentliche Überschrift des Postings bleibt zudem auch kaum bis gar kein Platz mehr, denn YiGG bietet nur eine begrenzte Zahl Zeichen für die einzustellenden Überschriften an.

3. …und miese Überschriften liest niemand

Aus Punk 2 folgt Punkt 3. Wer liest sich Artikel durch, deren Überschrift schon schlimm aussieht? Von einer schlampigen Überschrift schließt man rasch auf einen schlampigen Artikel. Menschen mögen es einfach, so daß sie mehrere Überschriften überfliegen und bei jener verhaftet bleiben, die ihnen zusagt. Miese Überschriften werden allenfalls zum Lachen benutzt.

4. Fehlende Anpassungsmöglichkeiten von Überschrift und Einleitung bei YiGG

Teils ist auch die Einleitung eines Postings zu lang geraten, so daß man als Leser mittels Überschrift und Einleitung nicht rasch erschließt, was der Autor uns sagen will, um was es im Artikel also geht. Besser wäre es daher, wenn man eine gesonderte Einleitung für YiGG verfaßte und auch die Überschrift an die YiGG-Vorgaben modifizieren könnte. Beides bietet jedoch das Plugin nicht an.

5. Zu wenige Kategorien im Plugin verfügbar

Bedauerlicherweise lassen sich im Kategorien-Menu des Plugins nur wenige Kategorien mittels Stichwort eingeben, welchen man seinen Artikel zuweisen möchte. Auf YiGG selbst kann man nahezu unbegrenzt Stichwörter zum Artikel wählen, nicht aber mit dem Plugin.

6. Inkompatibilität mit manchen Blogs

Letztlich funktioniert auch das Plugin nicht auf jeder WordPress-Installation, was zum Teil an inkompatiblen PHP- oder Server-Konfigurationen und nicht am Plugin selbst liegen muß. Fehlerhaft arbeitende Plugins sollte man jedoch nicht unbedingt einsetzen.

7. Was man statt dessen machen sollte

Aus Eigeninteresse sollte man seine Artikel manuell, das heißt per Hand direkt auf YiGG einstellen. Das kostet ca. 5 Minuten Zeit, die sich bezahlt machen. Bequeme Zeitgenossen können ihre Überschrift übernehmen. Doch wenigstens die Einleitung sollte man unbedingt neu schreiben, um die Google-Strafe namens Duplicate Content zu vermeiden.

Fazit

YiGG meint es gut mit dem WordPress-Plugin für die Blogger; das ist unbestritten. Allerdings darf man die Rechnung nicht ohne den Wirt machen. Zwei Dinge schlägt man mit dem Plugin nicht mit einer Klappe.

Entweder man mag es bequem und schert sich nicht um Google und der Plazierungen (SERPs) dort, oder aber man achtet auf die Gefahr des Duplicate Content.

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