Soll man in seinem Blog über persönliche Unpäßlichkeiten berichten, die einem das Bloggen verunmöglichen? Soll man ein Schild an den Eingang hängen mit der Aufschrift „Urlaub von X bis Y! Kommen sie später wieder!“?

Grundsätzlich muß diese Frage jeder für sich selbst beantworten und man kann sie auch halten, wie man will. Zur besseren Entscheidungshilfe anbei ein paar Punkte, die man berücksichtigen sollte bei der Meinungsfindung.

  • Traffic
    Ausweislich meiner bisherigen Erfahrungen hält sich Besucherschwund arg in Grenzen. Besucher lesen einen Blog nicht nur der neuesten Artikel wegen, sondern auch als Referenz und zum Zwecke des Schmökerns im Archiv. Zudem gelangen viele Leser auch über Google auf einen Blog. Letztere Leser kann man ohnehin nicht unbedingt zu den Stammlesern zählen.
  • Dauer der Abwesenheit
    Um die Blog-Leser nicht völlig im dunkeln tappen zu lassen über das weitere Schicksal des Blogs sollte man das Erfordernis eines Hinweises an die Dauer der Abwesenheit koppeln. Je länger man Urlaub vom Bloggen macht, desto ratsamer ist eine entsprechende Mitteilung hierüber.
  • Interessiert die Leser überhaupt, weshalb ein Blogger abwesend ist?
    Die Motive, einen Blog zu lesen, sind sehr unterschiedlich. Persönliche Bindung darf man nicht unbedingt erwarten, eher steht das Informationsbedürfnis im Vordergrund. Umgekehrt bedeuten Nachfragen per Email Ausdruck der Sorge und Verbundenheit nach dem Verbleib eines Bloggers. Es ist schön, Emails dieser Art zu erhalten, die aufzeigen, daß man über einen Blog hinaus Freundschaften aufbauen kann. Für diese treuen Leser und auch Freunde ist es von Belang ins Bild gesetzt zu werden, weshalb man abwesend ist.
  • Rechtfertigung
    Über allem steht der Grundsatz, daß sich niemand rechtfertigen muß, ob man oder ob man nicht bloggt. Dies ist jedem Blogger freigestellt. Der Höflichkeit halber entschuldigen sollte man sich, rechtfertigen halte ich dagegen für nicht nur überzogen, sondern für völlig verfehlt.
  • Persönliches im Blog
    Begründungen der Fehlzeiten bzw. Ausfallzeiten vom Bloggen sind stets auch etwas Persönliches. Ganz gleich, ob man im Urlaub oder aus sonstigen Gründen indisponiert war, so gibt jeder Hinweis diesbezüglich auch ein wenig Privates auf.
  • Paßt der Hinweis überhaupt zum Blog?
    Wer die Preisgabe persönlicher Anliegen nicht scheut sollte wiederum berücksichtigen, daß eine kurze Notiz über die Abwesenheit nicht selten auch themenfremd sein kann. Wer tagein, tagaus seinen Blog mit Technik-News füttert, fügt einen Fremdkörper ein, wenn unvermutet Privates ausgebreitet wird. In diesem Falle sollte man Anlaß und Grund gut abwägen.