Gnokii hat in einem Kommentar auf ProBloggerWorld eine sehr interessante Frage gestellt. Was ist ein erfolgreicher Blog? Häufig gestellt wurde diese Frage schon, auf den ersten Blick erscheint sie auch banal, doch was versteht man wirklich darunter?
Wie definiert man einen erfolgreichen Blog?
Zunächst einmal könnte man für Erfolg passende Kriterien aufstellen, nach welchen man mittels Fakten überprüfen kann, ob die Kriterien erreicht worden sind und somit Erfolg vorliegt.
Zu den Kriterien könnte man folgende 5 gebräuchliche Größen zählen:
- Unique Visitors
- Page Views
- Page Views pro Unique Visitors
- Einnahmen pro Monat
- Anzahl der Kommentare pro Posting oder Monat
Wem das zu spanisch vorkam, hier noch kurz eine Erläuterung der Begriffe:
- Unique Visitors = Besucheranzahl
- Page Views = Seitenaufrufe
- Page Views/Unique Visitors = Seitenaufrufe pro Besucher
Externe Erfolgskriterien
Obengenannte Kriterien sind externe Erfolgkriterien, das heißt, daß sie überwiegend auf äußeren Einflüssen beruhen, die man nur mittelbar beeinflussen kann. Mit anderen Worten: ob jemand sich den Blog ansieht und wie viele Seiten die Person abruft, ist letztlich eine Entscheidung des Besuchers.
Interne Erfolgskriterien
Mag der Content auch noch so gut sein – alles ist relativ
–, so liegt es letztlich an externen Faktoren, die die 5 Kriterien beeinflussen.
Eigene, subjektive (interne) Faktoren, die der Blogger selbst unter Kontrolle hat, könnten etwa lauten:
- Posting-Anzahl pro Tag oder Monat
- Ansprüche an das Design
- Zugänglichkeit des Contents
Wer sich selbstverwirklichen möchte im Internet mittels eines Blogs, stellt Ansprüche an sich selbst. Wer etwa ein Tagebuch in Blogform führt, wird sich etwa vornehmen, dies täglich zu tun. Unabhängig davon wie viele den Eintrag lesen werden, ist persönliche Zufriedenheit und damit das Erfolgskriterium erfüllt, wenn die Person auch täglich bloggt.
Die Schnittmenge von externen und internen Kriterien
Bekannt ist, daß die Posting-Frequenz (Posting-Häufigkeit, also Anzahl der Postings pro Zeiteinheit) mittelbar auch die Besucheranzahl beeinflußt. Demnach gibt es also auch Überschneidungen von externen und internen Kriterien.
Die Zielverfolgung
Beiden Fällen ist gemeinsam, daß man Ziele verfolgt. Jeder verfolgt unterschiedliche und anhand der eigenen Ziele entscheidet sich auch, ob Erfolg vorliegt, der eigene Blog erfolgreich ist, oder nicht. Dies ist der wichtigste Gedanke: Blogerfolg ist eine subjektive Frage.
Das 10.000 Besucher pro Tag-Paradoxon
Was nützt es jemandem, 10.000 Unique Visitors pro Tag zu haben, wenn er gerne 20.000 hätte? Umgekehrt springt jemand im Dreieck, der sich 200 Besuchern am Tag gewünscht hat und nun bei 500 liegt.
Unique Visitors – der internationale Vergleichsmaßstab
Üblicherweise ist die Anzahl der Besucher pro Tag (Unique Visitors per Day) die weltweit gebräuchlichste Größe. Page Views sind schlicht zu schwer zu messen. Wenn ein Blog etwa ganze Beiträge einstellt, braucht man in der Regel nur durchzuscrollen. Da die Page Views sich jedoch anhand der angeklickten Posting-Überschriften bemißt, wird die Statistik rasch verfälscht, etwa wenn ein anderer Blog auf das more-Tag setzt.
Wie man einen Blog erfolgreich machen kann
Zur Zielverfolgung wiederum kann man bestimmte Mittel einsetzen. Da man im Falle der externen Kriterien den Erfolg allenfalls indirekt beeinflussen kann, muß man experimentieren.
Erst-Besucher erhält man, indem man öffentlich den Vorschlag unterbreitet, doch einmal einen Blog anzusehen. Das klingt sperrig und bedeutet nichts anderes, als für seinen Blog zu werben.
Stammbesucher dagegen haben eine bestimmte Erwartungshaltung, die der Blog erfüllen soll.
Werbung für den eigenen Blog
Für seinen Blog werben kann man in den unterschiedlichsten Formen. Plattformen sind etwa:
- Social News Sites wie Digg, YIGG, Webnews
- Google, indem es Suchbegriffe mit dem Blog verbindet
- Social Bookmarking Sites wie Delicious, Mister Wong
- Bekanntmachung in einem Forum
- Empfehlungen über Freunde
- Blog- und RSS-Feed-Verzeichnisse
- Linksammeln
- Kommentieren in Blogs Dritter
Gemeinsam ist diesen Plattformen, daß die Entscheidung, ob man einen Blog besucht oder nicht, beim Besucher liegt, ebenso wie die Frage, ob er ein Stammbesucher wird oder nicht.
Faktor Zeit
Abgeschlossen wird die Erfolgsfrage eines Blogs durch den Faktor Zeit. Gut Ding will Weile haben, heißt es so schön im Volksmund, und dies trifft auch auf Blogs zu. Renommee will erarbeitet, der Bekanntheitsgrad gesteigert werden, bis der eigene Blog auf immer größer werdende Akzeptanz stößt.
Solche Phänomene werden für das Viral-Marketing ausgenutzt. Dahinter steckt das Stille-Post-Prinzip der Weitergabe einer Empfehlung zu einem Blog.
Werbung, Werbung, Werbung
Hierfür muß eine kritische Masse gefunden werden. Diese erreicht man nur durch Ausdauer und ständigem Werbens auf der Basis einer stabilen Posting-Frequenz (nicht zu verwechseln mit Spaming).
Meine Ziele bzw. Erfolgskriterien für ProBloggerWorld
Ich etwa habe als Erfolg für diesen Blog folgende Kriterien bestimmt:
- 1000 Unique Visitors pro Tag nach vier Monaten
- Einnahmen von 100$/Monat nach drei Monaten
- Steigerung der Einnahmen auf 500$ pro Monat innerhalb von sechs Monaten
Das klingt ambitioniert und das ist es auch.
Meine Gegenleistung
Als Gegenwert biete ich unter anderem:
- 3 Postings pro Tag im ersten Monat, also insgesamt 90 (!) im Monat
- Mindestens zwei Postings pro Tag ab dem zweiten Monat
- Leichte Zugänglichkeit zum Inhalt, den ich, da werbefinanziert, kostenlos abgebe
- Völlige Offenheit und Ehrlichkeit den Besuchern gegenüber
- Hilfestellung vornehmlich basierend auf meinen Erfahrungen
- Kooperation und Freundschaft
Bloggen – alle profitieren davon
Ich betrachte das Bloggen als die Win-Win-Situation schlechthin. Vom Bloggen, so wie ich es handhabe, verspreche ich mir einen Gewinn für jedermann. Ich habe Spaß am Bloggen und die Leser können so einfach wie möglich den Inhalt einsehen und übernehmen, was sie möchten und wollen.
Für mich ist Blog-Erfolg kein Nullsummenspiel. Jeder Blog kann Erfolg haben und jedem erfolgreichen Blog gratuliere ich. Von jedem Blog kann man etwas lernen. Das ist das spannende und reizvolle an der Blogosphäre.
Blog-Werbung und Geld verdienen
Erforderlich sind hierzu nur ein Internetzugang und die völlig freiwillige Bereitschaft, Werbung, Sponsoren-Programme oder dergleichen als zusätzliche Informationsquelle für sich zu nutzen. Bei spezifischer Werbung ist dies ein zusätzlicher Mehrwert, eben Verbraucherinformation.
Resümee
Das sind meine Kriterien für meinen Blog, die ich über die Wochen und Monate hinweg flexibel anpassen werde. Für mich gibt es nämlich keine Niederlagen, sondern nur Erfahrungswerte, die man sammeln kann.
Alles hat man nämlich nicht in der Hand. In der Hand hat man aber, wie man äußere Einflüsse bewertet. Und über das, was ich in nicht einmal knapp einer Woche an Erfahrungen mit diesem Blog-Projekt sammeln konnte, ist einmalig und schön.
Wann ein Blog Erfolg hat, bestimmst Du ganz alleine.
In der Fortsetzung der Serie…
In der Fortsetzung werde ich die weichen Faktoren, die hinter den in diesem Posting aufgeführten stecken, näher beleuchten. Zu diesen zählen vielen gänzlich unbekannte Größen und ein Geheimnis.





lässt sich der Erfolg wirlich nur an den Besuchern messen? Oder an der Anzahl der Links bei Technorati, wie das die deutschen Blogcharts tun?
Das ist doch vollkommener Schmus, nehmen wir “A-Bloggerin” Frau P. die schreibt über Haarprobleme heut, morgen über das neueste Tokia-Hotel Konzert übermorgen über die Impotenz ihres Mannes, nächste Woche schreibt sie einfach das was “In” ist.
Jetzt nehmen wir mich dazu: Ich schreibe weder über Tokia Hotel noch sonstigen Schmus, ja logisch ist nich mein Thema ich bin eins der unzähligen Themenblogs die es mittlerweile gibt.
Frau P. lesen ne Menge Leute, die hat rund 1.000 Besucher am Tag, die ist also erfolgreicher als das Themenblog mit 300 Besuchern? Frau P. hat rund 240 Links bei Technorati, während das deppige Themenblog nur 90 hat.
Und nun knipsen wir mal das Licht der Zielgruppe an, Frau P. schreibt für die dumpfe graue Masse Allgemeinheit genannt. Mehr Themen, mehr Links mehr Leser…… Themenblog kleinere Zielgruppe weniger Leser………
Frau P setzt AdSense Werbung bei sich ein verdient aber trotz mehr Besucher weniger damit als das Themenblog.
Also irgnedwie lässt sich Erfolg weder an dem einen noch dem anderen richtig festmachen.
April 5th, 2007