Kontrovers wird die Verwendung dem Blog-Thema nicht entsprechender Postings diskutiert, welche jedoch Keywords enthalten, die sehr häufig über Suchmaschinen wie Google nachgeschlagen werden. Im Grundsatz geht es also um die Frage Traffic vs. inhaltliche Stimmigkeit des Blogs.
Als Anhänger der gelegentlichen Verwendung von hochfrequentierter Keywords in Blog-Postings, um den Traffic anzukurbeln, möchte ich 5 weitere Argumente pro Casual Keywords etwa für einen Casual Friday einbringen.
1. Traffic ist Traffic ist Traffic – was bleibt etwa von YouPorn-Traffic?
Basierend aus meinen Erfahrungen um den YouPorn-Hype herum kann ich bekräftigen, daß solche Hypes entgegen aller Vorurteile dennoch Stammbesucher mit sich bringen. Was genau jemand mit der Suche nach den Begriffen YouPorn, PornTube oder xTube bezweckt, kann man einer Abfrage bei einer Suchmaschine wie Google nicht entnehmen.
Der Umkehrschluß soll das verdeutlichen. Wer etwa nach Nazan Eckes sucht, kann entweder Infos zur Person suchen, oder auch Nacktbilder. Für beides finde ich in meinen Logdateien Indizien. Anfragen wie Nazan Eckes Nacktbilder sprechen tendenziell eher für eine frivole Natur auf der Suche nach Ergötzlichem, während Nazan Eckes Bio vorsichtig formuliert für Interesse an den inneren Werten von Nazan Eckes sprechen.
Der Nazan Eckes Nacktbilder-Sucher wird der Wahrscheinlichkeit kein Stammbesucher werden. Höheres Potential hierfür besitzt dagegen die Person, die nach Nazan Eckes Biographie Ausschau hielt. Ähnliches gilt für Lionel Messis Tor des Jahres. Beide bringen guten Traffic auf ProBloggerWorld.
2. Über Themen unterhaltsam berichten
Jedes Thema taugt als Gegenstand unterhaltsamer Aufbereitung. Ob man nun Stephen Hawkings Geschichte der Zeit als Beweis heranzieht, der die erzdrögen Themen Relativitätstheorie, Stringtheorie und sonstige abstrakten Gebilde der modernen mathematischen Physik anschaulich aufbereitet, oder Rechtsanwälte, die über Recht, Gerichte und sonstige Paragraphen-Geschichten parlieren, und dabei gerade nicht im Amtsdeutsch schreiben, sondern unterhaltsam – beiden ist gemeinsam, daß sie einschläfernde Themen, die man in manchen Ländern wahrscheinlich als Folterpraxis einsetzt, einem Massenpublikum vermitteln können.
Würde umgekehrt auch nur einer freiwillig Vorlesungsmaterial von Stephen Hawking, das er an der Uni für seine Studenten nutzt, in die Hand nehmen? Glaubt jemand ernsthaft, daß Rechtsanwälte und Co. Spaß daran haben, den ganzen Tag über Amtsdeutsch und Gerichtsdeutsch lesen zu müssen?
Wer einmal die FAZ am Sonntag gelesen hat, wird die Rubrik Herzblatt-Geschichten kennen und meist auch zu schätzen wissen. Dort wird der Klatsch, der sich unter der Woche in den einschlägigen Herz-Schmerz-Postillen wie Bild der Frau, das Goldene Blatt usf. ironisch-unterhaltsam aufs Korn genommen. Für mich hat diese Rubrik und vor allem deren Stil Vorbildcharakter.
3. Mehr Blog-Personality
Entgegen anderslautender, vorsichtig vorgebrachter Vorbehalte denke ich, daß ein unterhaltsames Postings sehr gut zur eigenen Blog-Personality geeignet ist und diese fördert. Blogger, die ihren Humor aufblitzen lassen, oder einfach mal ein wenig aus sich herausgehen, mag ich sehr. Humor ist eine universelle Sprache, auch wenn Humor subjektiv ist.
Das ist in meinen Augen auch der Punkt, durch welchen sich private Blogs von den sogenannten Corporate-Blogs absetzen, also den Unternehmens-Blogs, wo man sich eher von seiner distanziert-übersachlichen Seite zeigt und dadurch die steif wirkende Anzugmentalität auch auf die Leser auszustrahlen versucht.
Legerer kommen daher die privaten Blogs daher. Ich denke, daß man mit Humor und Unterhaltung eine Brücke baut. Es ist wie ein Lächeln, das man ungezwungen und gerne aufsetzt.
4. Stammleser werden nicht vergrault
Statistisch besehen ist es äußerst unwahrscheinlich, daß bei einem Posting pro Tag, was 7 die Woche macht, eines davon den Ausschlag geben sollte, einem Blog den Rücken zu kehren.
5. Traffic ist Traffic ist Traffic – Teil 2
Ebenfalls spricht die Statistik auch im Falle von Traffic eine deutliche Sprache. Ist man bei Blog-Top-Listen eingetragen, wird dort die Zahl der eingehenden Besucher festgehalten, und zwar völlig neutral. Gezählt werden die Besuch gänzlich unabhängig von deren Beweggründen, also ob sie wegen YouPorn oder was auch immer auf den Blog gingen.
Umgekehrt aber werden die Blogs um so häufiger besucht, die auch weiter oben in der Rangliste stehen. Erfolg wird dadurch angedeutet, wenn man viele Besucher hat. Das macht den Blog wiederum empfänglich für die Neugier Dritter. Mit ein wenig Glück entsteht hierdurch ein kleiner Selbstläufereffekt.
Zusammenfassung
Nutzt stark frequentierte Casual Keywords für gelegentliche Postings. Diese Postings sollen unterhalten, wozu sich grundsätzlich jedes Thema eignet. 50 Besucher mehr pro Tag können sich in einem halben Jahr rasch zu 100 ausbauen.
Möchtest Du Traffic erzielen, solltest Du die Regeln des Internets für Deine Zwecke nutzen, weil Traffic die Währung des Internets ist.
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Wieder ein mal sehr schön erklärt von dir Rene, die Sache mit dem Mehr-an-Traffic. !
Wegen den Keywords noch mal was, gibt es da nicht eine Seite oder Tool welches mir sagt welche aktuelle die besten keywords sind ?
May 4th, 2007