Beim Thema volle oder gekürzte RSS-Feeds scheiden sich die Geister. Hintergrund der Auseinandersetzung ist im wesentlichen das Abwägen zwischen Lesekomfort und Traffic auf den eigenen Blog.

Wie es den Anschein hat, dürfte dank jüngster Überlegungen der Streit zwischen den Anhängern zugunsten der Anbieter des vollen RSS-Feeds (Full RSS feed) entschieden worden sein. Volle RSS-Feeds erhöhen nämlich entgegen anderslautender Theorien den Traffic auf den eigenen Blog – wenn man weiß, wie es geht.

RSS-Feeds – was ist das?

RSS-Feeds sind selbst für Internet-Zeit-Verhältnisse ein Phänomen jüngeren Datums und geht auf den Internet-Pionier Netscape zurück. Erst vor wenigen Jahren begann sich das Format vor allem dank der Blog-Szene durchzusetzen.

Neuer Content wird automatisch in den FeedReader, der zur Darstellung der RSS-Feeds benötigt wird, geladen. Die einzelnen RSS-Feeds wiederum kann man abonnieren.

Auf die Art und Weise, was Bestandteil des RSS-Feeds ist, haben die Abonnementen keinen Einfluß. Im wesentlichen kann der Autor des RSS-Feeds darüber bestimmen, welcher Content in welcher Form den Abonnementen zugänglich gemacht wird.

Ebenfalls liegt die Entscheidungshoheit über das Anbieten von vollständigen oder gekürzten RSS-Feeds (full RSS feeds vs. partial RSS feeds) beim Autor. Verschiedene Gesichtspunkte sind für den Autor dabei von Bedeutung.

Gekürzte RSS-Feeds oder das Schmarotzer-Argument

Hauptargument für das Anbieten von gekürzten RSS-Feeds (partial RSS feeds) bzw. der Verweigerung von vollen RSS-Feeds bildet der Traffic. Wer RSS-Feeds eines Blogs beziehe, schaue sich nie wieder den Blog selbst an, sondern bleibe passiver Konsument.

Ein wenig hört sich das nach einem Schmarotzer-Argument seitens der Anbieter des gekürzten Feeds an: der RSS-Feed-Abonnement als Blutsauger, der ohne nennbaren Gegenwert für den Blog sei, weil mit ihm kein Traffic und keine Werbe-Klickraten zu erzielen sein.

Volle RSS-Feeds oder das Wohlfühl-Argument

Grundsätzlich sind vollständige RSS-Feeds (full RSS feeds) einfacher zu handhaben. Bequem in einem RSS-FeedReader kann man die Blog-Beiträge lesen. Üblicherweise hat ein RSS-Feed-Leser mehrere Abonnements. Bei vollen Feeds kann er sämtliche Beiträge in seinem FeedReader lesen, ohne diesen verlassen zu müssen.

Anbieter von vollen RSS-Feeds schaffen also für den Abonnementen ein Wohlfühl-Argument. Alleine dem Leser wird überlassen, was er mit dem Content eines Blogs macht. Ob der Leser nun den Beitrag im Blog kommentieren möchte, oder nie wieder auf den Blog geht, bleibt alleine dem Abonnementen überlassen.

Herkömmlicherweise mußten RSS-Feeds als Lockmittel für die Blogs herhalten. Die eigentliche Musik spielte sich im Blog ab.

Mehr Traffic, bessere Klickraten bei vollem RSS-Feed – wie es geht

Kein geringerer als Rick Klau vom FeedBurner-Team hat jüngst in der Kontroverse Stellung bezogen und viele interessante Anregungen gegeben.

Der Tenor der Aussagen von Rick Klau lautet, daß man seinen RSS-Feeds Anreize bieten muß, so daß die Abonnenten dazu animiert werden, mehr zu tun, als nur den Feed zu lesen.

Klickraten für Werbung
Laut Rick Klau gäbe es keine Anhaltspunkte dafür, daß gekürzte RSS-Feeds die Werbe-Klickrate erhöhten. Umgekehrt ist es möglich, den RSS-Feed selbst mit Werbung zu bestücken.

Kommentare
Der Weg zurück vom RSS-Feed zum Blog führt in der Regel über besondere Angebote, die nur der Blog selbst bereithalten kann, die also technisch bislang noch nicht in den RSS-Feed gepackt werden können. An erster Stelle wären hier Kommentare zu nennen, die zu Blog-Postings hinterlassen werden.

Weitere Postings/Related Postings
Weitere Möglichkeiten bilden zum Artikel passende weitere Postings, welche man im RSS-Feed angeben kann, über RSS-FeedReader jedoch noch nicht abgerufen werden können, so daß man den Blog selbst betrachten muß.

Traffic
Je mehr der RSS-Feed eines Blogs als dessen vollständiges Abbild erscheint, er also im FeedReader nahezu identisch wie auf der Website erscheint, desto eher sind die Leser laut Rick Klau bereit, entsprechende weitere Angebote des Blogs zu nutzen.

Mit anderen Worten ausgedrückt wächst paradoxerweise der Traffic, den RSS-Feeds erzeugen können in dem Maße, wie der RSS-Feed mit Services glänzt und aufgepeppt wird.

Der schlechteste RSS-Feed
Je spartanischer dagegen der RSS-Feed wirkt, desto weniger fühlen sich die Abonnementen motiviert, auf den Blog zu gehen und belassen es daher nur beim Lesen des Feeds.

Konsequenzen für ProBloggerWorld
Für ProBloggerWorld muß ich Abbitte leisten. Bislang habe ich mich noch nicht wirklich um meinen RSS-Feed gekümmert. Andere meiner Blogs dagegen sind schon seit Monaten auf Full feed eingestellt und wurden mittels Plugins inhaltlich aufgepeppt, wie es Rick Klau von FeedBurner nunmehr beschrieben hat.

RSS-Feed sind wahre Traffic-Booster. Die besten der zum Aufpeppen der Feeds entsprechend notwendigen Plugins werde ich diese Woche vorstelle, weil durch diese jeder RSS-Feed erfolgreicher wird. Auch der auf ProBloggerWorld. ;)