Organisiertes Bloggen beschäftigt sich mit der Frage, wie jedermann mehr für seinen Blog und seine Leser erreichen kann.

Überwiegend kennzeichnen Spontaneität und munteres Drauflosbloggen die Blogosphäre, wenn es um das Schreiben von Blog-Artikeln geht. Aus meiner Sicht jedoch stößt letzterer Blog-Stil rasch an gewisse Grenzen. Überschreitet man diese, kommt man um organisierten Bloggen nicht umhin, wenn man seinen Blog ausreizen möchte.

Vorteile des organisierten Bloggens

  1. Themenwahl steuern: Man kann durch das Bloggen im voraus einen roten Faden in seine Postings bringen. Vorteilhaft ist das etwa für den Fall der Veröffentlichung von Serien zu einem bestimmten Thema.
  2. Schwerpunkte setzen: Ähnlich der besseren Themenwahl lassen sich somit auch besser Schwerpunkte verteilen. Wiederholungen kann man so vermeiden und strategisch vorgehen.
  3. Vorbereitung: Vorausschauendes Bloggen verhindert, daß einem die Widrigkeiten des Lebens dazwischenfunken. Ist man ein paar Tage verhindert, verwaist der Blog.
  4. Aufgabenverteilung: Wer vorab bloggt, kann sich an den restlichen Tagen anderen Dingen widmen. Wer mehrere Blog leitet, kann sich besser auf die Belange jedes einzelnen Blogs konzentrieren, wenn er sich jedem einzelnen ohne Ablenkung zuwenden kann.
  5. Flow: Unterschätzen sollte man nicht den Vorteil, der daraus erwächst, wenn man sich auf eine Sache konzentriert und den gesamten kreativen Flow nutzt, der beim Bloggen erwächst. Oftmals kommen die Ideen und Einfälle beim Schreiben. Kann man sich dabei ganz einem Blog hingeben, kann man diese sogleich einbauen und muß nicht auf die Uhr schauen, weil man nur etwa eine Stunde Zeit zum Bloggen hat.
  6. Gründlichere Arbeit: Wer mehrere Tage Zeit hat, Artikel zu verfassen, hat auch mehr Zeit, diese zu redigieren oder anzupassen. Zusatzinformationen können eingebunden und Texte mit Graphiken unterlegt werden. Der Zeitvorteil macht sich in mehrfacher Hinsicht bemerkbar.
  7. Schreibblockaden vermeiden: Schreibblockaden entstehen oftmals dann, wenn man unter Zugzwang steht. Unter Zugzwang steht man dann, wenn man keine wirkliche Lust spürt, etwas schreiben zu wollen, sich dennoch hierzu verpflichtet fühlen zu meinen. Wer im voraus arbeitet, kann Bloggen und Ausgleich besser in Einklang bringen.
  8. Professionalisierung: Wer einen Blog mit hohem Informationsgehalt oder Unterhaltungswert betreibt, setzt auf ein wiederkehrendes Publikum. Gewährleisten kann man tägliche neue Beiträge dann am besten, wenn man sie bereits fertiggestellt hat, weit ehe sie tatsächlich auch erscheinen.
  9. Spontaneität: Vgl. weiter unten.

Vorteile des Bloggens nach Lust und Laune

  1. Tagesaktualität: Nicht selten bloggen viele Blogger über das Geschehen des Tages, das sie zu einer Stellungnahme reizt. Um im Tageskontext zu bleiben, sollte das Posting am besten auch noch am selben Tage veröffentlicht werden.
  2. Hobby-Gedanke: Wer keine größeren Ambitionen in Sachen Bloggen hegt, wird keine Veranlassung sehen, in seinem Blog mehr als eine Sammlung spontaner Veröffentlichungen zu sehen.
  3. Authenzität: Begreift man Blogs als Tagebücher im weiteren Sinne, so veröffentlichen manche nur dann etwas, wenn sie etwas Geschrieben haben. Weniger an das Publikum richtet sich sodann der Blog, sondern eher an das Interesse der Leser an der Person selbst. Nicht die Aktualität des Blogs ist entscheidend. Vielmehr will man Auskunft über ein Lebenszeichen eines Bloggers erhalten.
  4. Spontaneität: Ein Zwitterwesen bildet die Spontaneität. Spontane Einfälle lassen sich gewiß sogleich umsetzen. Allerdings darf man Spontaneität nicht als Selbstzweck mißverstehen. Eine spontane Idee kann man auch sammeln und eben auch später darüber ausführlich schreiben. Nur wenn der zeitliche Kontext ein besonderer ist, muß sie auch umgehend umgesetzt werden, um ihre eigene Wirkung entfalten zu können.

Kombinationstheorie: organisiert nach Lust und Laune bloggen

Aus meiner Sicht spricht vieles für eine Kombination der Stärken beider Blog-Stile als Optimum. Gute Vorbereitung kann nichts ersetzen, weshalb man ein Grundgerüst aus Artikeln für seinen Blog stets parat haben sollte. Auf diesem Fundament wiederum kann man immer wieder das eine oder andere zufällige Posting einfließen lassen, das einem spontan durch den Sinn ging, aus Lust und Laune, auf Geratewohl eben.

Ermangelt es dieser zufälligen Eingebungen, bleibt es wenigstens bei der Grundlage der vorgefertigten Postings. Wichtig ist es vor allem, daß man regelmäßig bloggt. Sicherstellen kann man dies am besten durch planvolles, organisiertes Bloggen im voraus.

Mein Fazit

Nach meinem Dafürhalten markiert das organisierte und planvolle Bloggen die wirkungsvollste Form des Bloggens. Allzu lange bloggte ich mehr oder weniger von der Hand in den Mund. Morgens wurde gebloggt, was im Tagesverlauf auch im Blog veröffentlicht wurde. Das war mal mehr, mal weniger viel.

Mittlerweile hat sich bei mir die Einstellung geändert. Nahezu ausnahmslos blogge ich im voraus und schreibe an einem oder zwei Tagen 7 oder mehr Artikel – eben organisiert.

Wie hältst Du es mit dem Bloggen? Welcher Blog-Stil liegt Dir am meisten und planst Du Änderungen?