Wenn ein Gralshüter vormacht, wie man zu leben hat, so ist dieses Beispiel für nicht wenige nachahmenswert. Unzweifelhaft steht zumindest fest, daß das proklamierte Verhalten legal ist, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen, beispielsweise in Diktaturen.
Google zumindest ist keine Diktatur und selbst wenn, dann jedoch eine scheiß-liberale. Oberster Machhaber der Suchmaschine nach außen hin ist Matt Cutts, der Chef der Anti-Spam-Brigade, der den Google-Index jeden Tag aufs Neue den Google-Reinheitsgeboten einer Prüfung unterzieht und indirekt über Wohl und Wehe der SERPs – Reihenfolge der Ergebnisse der Suchmaschinenanfragen – entscheidet.
Matt Cutts selbst konnte für sich bzw. seinen Blog im vergangenen Jahr alleine durch Google-Suchanfragen mehr als 2.000 Besucher pro Tag auf seinen Blog leiten, der immer wieder als Showbühne für SEO-Gefechte den Heroen der SEO-Szene dient.
Zu keiner Zeit hat Matt Cutts die Bedeutung von SEO in Abrede oder gar in Frage gestellt, im Gegenteil. Er wird nicht müde zu betonen, wie wichtig es für Google sei erkennen zu können, was uns, und damit auch Google, der Autor einer Website bzw. eines Blogs mitteilen will.
Ohne Google-Traffic ist heutzutage kaum eine gute Website zu machen. Kaum ein Mensch verweigert sich Google. Als Gegenbeispiel werden gerne die Websites etablierter Medien-Konglomerate wie „Spiegel“ oder „Die Zeit“ angebracht. Wäre dem jedoch so, hätte „Die Zeit“ nicht panisch auf deren PageRank-Degradierung vergangenen Herbst reagiert. Am PageRank haben außer den Machern einer Website ohnehin kaum weitere Menschen – verstanden als reine Konsumenten – Interesse.
Gerade bei Websites mit enormem Leser-Aufkommen muß man auch immer wieder den Unterschied zwischen relativen und absoluten Zahlen berücksichtigen. 30% von 3 Millionen Besuchern pro Monat sprechen absolut besehen eine ganz andere Sprache als 90% von 100.000 pro Monat. Da jeder Kunde zählt, Stichwort Werbekunde und hierbei Stichwort Zeit vs. PageRank, kommt niemand an Google vorbei, nicht einmal Idealisten, denn diese wollen ihre Botschaften ja verbreiten.
Lange Reden, kurzer Sinn: Tut Matt Cutts den Gefallen und folgt des Königs Beispiel, indem ihr euch ein wenig um SEO kümmert – und zwar ohne schlechtes Gewissen, für euch, euren Blog und eure Leser.





Kein bisschen neidisch!
January 29th, 2008