Trotz Impressumspflicht für nahezu jeden Blog wird dieser auch abseits rechtlicher Erwägungen sehr wichtige Aspekt eines Blogs gerne belächelt. Von einem Teil der Blogger als Eingriff in das angebliche Recht auf Anonymität im Internet gewertet, verzichtet gerade dieser Bereich der Blogosphäre auf diese Möglichkeit, Vertrauen bei den Blog-Lesern hervorrufen zu können – und womöglich auch bei Google.
Impressumspflicht für Blogs unter Google?
Jüngst staunte ich nicht schlecht, daß einer meiner experimentellen Blogs eine zeitlang auf der Google-Kippe stand. Indexiert wurde der Blog nur bedingt; Google zierte sich, den Blog zu indexieren.
Zunächst einmal wurde der Blog indexiert. Tags darauf flogen bereits Teile des noch jungen Blogs aus dem Index. Weiterhin war zu beobachten, daß der Blog unregelmäßig indexiert worden ist und auch der Google-Bot trotz Anpingens zickig reagierte und diesen Ping weniger als Aufforderung, mal wieder beim Blog vorbeizusehen interpretierte, sondern beinahe als Störung der Arbeitsruhe auffaßte.
Zudem, um der Malaise noch einen draufzusetzen und das Elend zu komplettieren, weigerte sich Google, die Domain zuerst in den SERPs bei entsprechenden Anfragen auszuweisen – ein eindeutigeres Indiz für Googles Zweifel an meinem neuen Blog.
Gründe für die Nicht-Indexierung
Doch woran haperte die Indexierung? Weshalb verhielt sich Google so, wie sich die Suchmaschine letztlich verhielt, nämlich ziemlich unkooperativ?
Geändert hatte sich das Verhalten des Google-Bot erst nachdem ich ein Impressum eingebaut hatte. Für gewöhnlich ist das die erste Handlung, die ich vornehme, doch in diesem Falle verzichtete ich zunächst einmal darauf.
Binnen drei Tagen wars vorbei mit der Zickerei und Google verwöhnte mich mit allem, was ich mir nur wünschen konnte. Sämtliche der Blog-Artikel waren indexiert und die Aktualität der Indizes betrug nicht zwei Wochen, sondern maximal zwei Tage.
Was nach dem Einbau des Impressums geschah, überraschte mich nur zum Teil, denn irgendwie ahnte ich schon, was als Zutat eines vertrauenswürdigen Blogs wohl fehlen dürfte.
Weshalb Google ein Blog-Impressum verlangen könnte
Sollte es Google erstmeinen mit dem sogenannten Trust-Konzept, wonach ältere Domains höhere Wertigkeit im Index erhalten und zudem eigene Inhalte mit der Zeit mehr Bedeutung gewönnen, so kann in der Tat ein Impressum dazu beitragen, den Effekt zu verstärken.
Seriöse Inhalte orientieren sich nicht nur nach den Google-Richtlinien im Sinne von SEO, sondern eben auch nach geltendem Recht. Ableiten läßt sich hieraus, daß man in der Regel ein Impressum besitzen muß.
Umgekehrt läßt sich schlußfolgern, daß jene Blogs, die auf ein Impressum verzichten, gewisse Gründe besitzen, anonym bleiben zu wollen.
Der fehlende Nutzwert von impressumslosen Blogs
Welcher Nutzwert aber kommt einem anonymen Blog zu? Tendenziell sind diese nämlich der Verwandtschaft nach eher den Spam-Blogs zuzuordnen, während Impressums-Blogs sich zu ihren Blog-Inhalten eindeutig bekennen.
Gemeinhin ist bekannt, daß Google menschliche Wertungen in sein Indexierungskonzept gerne mit einfließen läßt. Das Pagerank-Bewertungssystem, wonach Links eine Art Empfehlung der verlinkten Website darstellen, kündet bereits grundsätzlich von dieser Einstellung.
Vor die Wahl gestellt, wem Menschen mehr vertrauen, einem Blog ohne oder mit Impressum, so dürfte das Pendel eindeutig in Richtung Impressums-Blog ausschlagen.
Weshalb ein Impressum abseits von Google wichtig ist
Nicht nur unter SEO-Aspekten ist das Blog-Impressum wichtig. Ohne das Impressum begibt man sich der Kontaktaufnahme. Nicht wenige Kontakte in der Blogosphäre erlangte ich durch spontane Anrufe als auch Emails. So gesehen sollte man alleine aus praktischen Erwägungen heraus umschwenken, und ein Impressum in seinem Blog führen.
Wer kann über ähnliche Erfahrungen sprechen? Hat jemand schon den Impressums-Effekt für seinen Blog gespürt?
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jetzt ganz ehrlich? meinst du das ernst? und was denkst du wie das in der schweiz ist? hier gibts keine impressumspflicht…
March 5th, 2008