Weshalb rangieren Artikel aus der Wikipedia zu nahezu sämtlichen Suchbegriffen in den Top-Plazierungen der Suchergebnisse (SERPs) und überwiegend auch auf Platz 1?

Trotz hochprofessioneller Websites zu einem Thema schickt sich Wikipedia immer wieder an, Spitzenplätze einzunehmen und ergattert vielfach den wichtigen ersten Platz. Das Zauberwort bzw. der Nenner, auf das sich das Phänomen namens Googlepedia bringen läßt, da Google und Wikipedia einer Allianz gleichen, lautet Vertrauen.

Was für Wikipedia aus Google-Sicht spräche

  • Unabhängiges Projekt: Wikipedia ist ein Projekt, das sich dem enzyklopädischen Sammeln von Informationen gewidmet hat, das jedem, der über einen Internetzugang verfügt, kostenfrei zugänglich stehe. Weniger auf Traffic und Keywords zielt das Projekt, als eher selbstlos auf eine valide Aufbereitung und Darstellung der feilgebotenen Informationen selbst. Man folgt einer Idee und weniger einem Markennamen als solchem.
  • Nicht wirklich kommerziell: Auf Spenden fußt das Projekt Wikipedia. Dinge, die Google mißbehagen, wie Link-Verkauf oder sonstige Kommerzialisierung, hat Wikipedia nicht im Angebot. Anstoß kann Google in der Hinsicht nicht an Wikipedia nehmen.
  • NoFollow: Wikipedia setzt bei Link-Verweisen auf externe Angebote ausschließlich auf den Zusatz NoFollow. Sorgen machen muß sich demnach Google nicht wirklich, daß jemand Wikipedia gebrauche, um mittels ausgehender Links Drittangebote bevorteilte.
  • Alter: Wikipedia ist schon seit einigen Jahren am Start und konnte seither seine Idee unter Beweis stellen. Taten folgten Worten. Bislang ist Wikipedia seinen skizzierten Grundsätzen treu geblieben.
  • Kontrolle durch Offenheit: Grundsätzlich kann jeder bei Wikipedia mitarbeiten. Durch diese Entscheidung ist gewährleistet, daß jeder etwas einbringen kann, von was er meint Ahnung zu haben. Einseitige Berichterstattung bleibt damit tendenziell aus, was die Idee des Projektes, Informationen zu sammeln, stützt, denn jeder kontrolliert jeden. Eine eigenständige Redaktion etwa folgt einer Reaktionspolitik, auf die von außen grundsätzlich niemand Einfluß nehmen kann.
  • Beliebtheit bei den Google-Usern: Fraglos bedarf letztlich auch Wikipedia der Akzeptanz durch die über Google Suchenden. Google schösse sich ins Knie, rührten sie die Werbetrommel für Wikipedia und niemand klicke auf das Angebot.

Mögen diese Gründe Pro Wikipedia sprechen, so verwundert dennoch die Bevorteilung von Wikipedia vor anderen Projekten, die aus meiner Sicht wesentlich spezialisierter und umfassender informieren.

Besondere Bedeutung kommt Wikipedia aus meiner Sicht vor allem in einem Punkte zu, dem Geld. Man kann Wikipedia nicht vorwerfen, daß man Google-Traffic, der sehr wichtig geworden ist, direkt in bare Münze umwandeln wolle. Kaum ein Internet-Projekt ist derart fern von solchen Anschuldigungen.

Nur am Rande möchte ich auf die diesbezügliche Doppelzüngigkeit Googles hinweisen, die sich AdSense aber auch Youtube nennt. Seit dem Youtube-Kauf argwöhnen nicht wenige SEO-Spezialisten, daß sich plötzlich Youtube ziemlich weit vorne in den SERPs wiederfinde.

Mag ein Internet-Angebot auch noch so informativ sein, aus meiner Sicht zieht Google den SERP-Stecker dann am ehesten, wenn man Geld machen möchte. Kommerziellem Interesse mißtraut Google hochgradig. Argwöhnisch scheint Google zu denken, daß sämtlicher Inhalt einer Website mit Gelderwerbsinteresse nur auf monetären Gründen fuße und im Zweifel Geld vor Informationsgehalt gehe.

Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb immer wieder Websites mit Layer-Ads aus den Top-SERPs rausfliegen, und Beiträge aus Foren statt dessen zunehmend auftauchen.

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