Es gibt sie, die etwas fragwürdigen Taktiken, um einen Blog bekanntzumachen. Nicht, daß ich sie empfehlen würde – da muß jeder für sich selbst entscheiden –, doch lohnt es sich dennoch, diese aufzuführen und sei es nur daraus zu lernen, was man besser nicht machen sollte. ![]()
Der Shoot
Wirklich gut und eigentlich immer funktioniert der Shoot. Mit Shoot ist die Attacke auf einen möglichst bekannten Blogger gemeint. Hochdeutsch könnte man den Shoot auch als „dumm von der Seite anmachen“-Methode bezeichnen. Charakteristikum des Shoot ist, daß man keine Rücksicht auf Verluste nimmt, im Gegenteil. Je persönlicher man wird und je derber man in die Tasten haut, desto besser – aus Sicht der Shooter-Taktik.
Wie macht mans in der Praxis?
Man suche sich einen bekannten Blogger und zerpflücke seinen Blog als auch ihn persönlich nach Kräften. Kein gutes Haar sollte man an ihm und seinem Blog lassen. Da Krawall gemeinhin für Aufsehen sorgt, warum auch immer, sollte man solche Shoots genannte Postings auch an die große Glocke hängen, indem man sie auf einschlägigen Social-Communitiy-Portalen einstellt. Mutigere Zeitgenossen scheuen sich auch nicht davor, den Blogger selbst anzumailen um sicher zu gehen, daß der Trackback nicht übersehen wird.
Stand and deliver
Nachdem sich der erste Rauch verzogen hat, muß man unbedingt nachlegen. Von einem Treffer ist noch kaum jemand draufgegangen. Also tut man gut daran, Öl ins Feuer des sich hoffentlich ausweitenden Konfliktes zu gießen.
Häufig gemachte Fehler
Shooter-Neulinge müssen unbedingt nachfolgende Ratschläge berücksichtigen, um sich in der Riege der Shooter-Profis zu etablieren und vielleicht einmal in der Champions‘ League shooten zu dürfen:
- Rückzieher
Amateure knicken ein und ziehen mit eingezogenem Schwanz von dannen. Echte Shooter verabscheuen solches Pussy-Verhalten. - Keine emotional gefärbten Floskeln und Vokabeln
Wahre Shooter kolorieren ihre Anwürfe mit mächtigem Geschütz, das nur so strotzt vor emotionaler Aufwallung. Dumm, doof, Scheiße, totaler Unsinn, Versager, arm – all das sind Standard-Begriffe im Jargon der Shooter. Beschimpfen lautet das Gebot der Stunde. Einprägen, behalten und vermeiden! - Auf Sachthemen mit Fakten dagegenhalten
Nichts ist törichter als das. Der Shoot soll gerade keine sachliche Grundlage aufweisen, sondern dieser ausdrücklich entbehren. - Rationale Argumentation
Emotionale Ausfälle reimen sich schlechterdings nicht auf Ratio. Tunlichst vermeiden! - Kein Verbeißen
Statt Stand and deliver brechen die Pseudo-Shooter ihr Vorhaben vor dem Zieldurchlauf ab. Versager!
Erfolgskontrolle
Ziel eines Shoots ist Traffic. Alles andere ist sekundär und uninteressant. Wer anschließend nicht als „peinliches Haßobjekt“ geziehen wird, muß nachsitzen und mindestens einen Schritt herabsteigen auf der Karriereleiter zum Meister-Shooter. Noch einmal: es werden keine Gefangenen gemacht!
Beachtet man jedoch vorgenannte Ratschläge und folgt ihrem Inhalt wortgetreu, kann nichts schiefgehen beim erfolgreichen Shoot!
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*rofl* Gute Tipps
February 18th, 2008